Die Figur des Krteček zählt zu den berühmtesten Zeichentrickfiguren Tschechiens …

mole 392058 1280 300x225 - Weltstar aus Prag: Der kleine MaulwurfDer kleine, schwarzen Maulwurf mit der blauen Latzhose! Sein Erfind­er hätte am 21. Feb­ru­ar seinen 100. Geburt­stag gefeiert. 
Her­zlichen Glück­wun­sch, všech­no nejlepší k narozeninám!

Wer ken­nt ihn nicht – den berühmten Maulwurf, unseren Krteček, der auf der ganzen Welt Erfolge gefeiert hat und sog­ar schon zweimal seine Nase ins Weltall gesteckt hat. Sein Erfind­er Zdeněk Mil­er, Kün­stler, Regis­seur von Ani­ma­tions­fil­men und Illus­tra­tor von Kinder­büch­ern, erblick­te vor hun­dert Jahren am 21.2.1921 im mit­tel­böh­mis­chen Städtchen Klad­no das Licht der Welt.

Neben dem Bet­thupferl (Sand­män­nchen) begleit­et er als unauf­fäl­liger Held seit mehr als 60 Jahren Gen­er­a­tio­nen tschechis­ch­er Kinder. Der kleine Märchen­held ist aber auch in anderen Län­dern, wie z. B. in Öster­re­ich und der Schweiz beliebt, wo ihn die kleinen Zuschauer und Leser als „Maulwurf“ ken­nen, für englis­che Kinder ist er „Lit­tle Mole“. Bekan­nt ist der kleine Maulwurf auch in Skan­di­navien, Japan oder Chi­na, wo er auf der Weltausstel­lung EXPO 2010 in Shang­hai zu den Haup­tat­trak­tio­nen der tschechis­chen Ausstel­lung gehörte. Krteček ist allerd­ings sog­ar über die Erd­kugel hin­aus berühmt. Er ist weit gereist. Wussten Sie, dass er nicht nur im Buch mit ein­er Rakete geflo­gen ist, son­dern bere­its zweimal mit ein­er echt­en Rakete im Wel­traum war? Das erste Mal war er an Bord der let­zten Wel­traum­mis­sion des Space Shut­tles Endeav­our dabei und beim zweit­en Mal hat er ein halbes Jahr lang der Crew der Inter­na­tionalen Raum­sta­tion Gesellschaft geleistet.

Wie der Autor zum Maulwurf und der Maulwurf zu seiner Hosen kam

Man schrieb das Jahr 1956, als Zdeněk Mil­er zu einem Waldspazier­gang in der Gegend von Klad­no auf­brach und dabei auf Maulwürfe traf. Schade, dass der genaue Ort nicht bekan­nt ist, son­st wüssten wir heute, wo genau der Vor­fahre der beliebten Zeichen­trick­fig­ur gelebt hat. Zu jen­er Zeit arbeit­ete Mil­er ger­ade an einem Film, der kleinen Kindern mit ein­er Geschichte über das Leinen­hemd die Tech­nolo­gie der indus­triellen Stoffher­stel­lung ver­ständlich erk­lären sollte. Der Kün­stler wollte, dass die kleinen Zuschauer in der Erzäh­lung von ein­er Märchen­fig­ur begleit­et wer­den, welche die Her­stel­lung von Leinen von Anfang bis Ende erk­lären würde. Lange kon­nte er nichts find­en, bis er die Maulwürfe auf den Feldern bei Klad­no ent­deck­te – und so war die Idee geboren. „Zu Hause habe ich mir im Brehms Tier­leben (Anm.: zool­o­gis­ches Nach­schlagew­erk) angeschaut, wie ein Maulwurf aussieht, aber son­der­lich gut hat er mir nicht gefall­en”, meinte Mil­er. „Und so habe ich ange­fan­gen zu zeich­nen und als ich ihn geze­ich­net habe, habe ich ihn schon stil­isiert und gle­ich in die Szenen geze­ich­net.” Ein Jahr später war der Zeichen­trick­film „Wie der Maulwurf zu seinen Hosen kam“ fer­tig. Und noch im sel­ben Jahr holte er zwei Haupt­preise bei den Film­fest­spie­len von Venedig und bald darauf gewann er einen weit­eren Preis beim Film­fes­ti­val in Mon­te­v­ideo. Obwohl Mil­er auch andere Serien­fig­uren geschaf­fen hat, die vor allem dem ein­heimis­chen Pub­likum bekan­nt sind, begleit­eten die Geschicht­en über den kleinen Maulwurf Zdeněk Mil­er sein ganzes Leben lang. Die kleine Märchen­fig­ur erschien in nahezu 50 Zeichen­trick­fil­men und in etwa eben­so vie­len Büchern.

Der Maulwurf im Weltall, auf Weltreise, in der Formel 1 und in Kladno

Als 1965 der Film „Der Maulwurf und die Rakete“ erschien, kon­nte nie­mand ahnen, dass der Maulwurf nach weniger als fün­fzig Jahren in ein­er echt­en Rakete sitzen würde. Der Plüschmaulwurf aus nicht brennbarem Mate­r­i­al wurde 2011 zum Sym­bol der let­zten Wel­traum­mis­sion des Space Shut­tles Endeav­our, welche die Wis­senschaft und Wel­traum­forschung propagierte. Den kleinen Maulwurf nahm der amerikanis­che Astro­naut A. J. Feustel mit ins All, dessen Ehe­frau Indi­ra Devi Bhat­na­garová tschechis­che Wurzeln müt­ter­lich­er­seits hat. Mit Feustel reiste der Kleine Maulwurf am 21. März 2018 zum zweit­en Mal ins All, als er zur Abwech­slung im Sojus flog und der Crew der Inter­na­tionalen Raum­sta­tion mehr als ein halbes Jahr lang Gesellschaft leis­tete. So ver­brachte der Maulwurf im Wel­traum viel mehr Zeit als Vladimír Remek, der einzige tsche­choslowakische Kos­mo­naut, welch­er 1978 an Bord des Raum­schiffs Sojus 28 ins­ge­samt 7 Tage, 22 Stun­den und 17 Minuten unter­wegs war.
Für ihr Pro­jekt „Unsere Reise um die Welt“ wählten die Wel­tenbumm­ler Pavel Zrza­vý und Mar­ti­na Libřická den Maulwurf als Maskottchen und Sym­bol für ihre Heimat aus. Mit bei­den begab er sich im Feb­ru­ar 2015 auf die Reise. So kam es, dass der Maulwurf in 527 Tagen 22 Län­der bereiste, Hun­derte Orte besuchte und viele inter­es­sante Kul­turen ken­nen­lernte. Er fährt auch in der Formel 1 und fand sein Zuhause auf Schloss Klad­no. 2020 wurde dort eine Dauer­ausstel­lung eröffnet, die Zdeněk Mil­er und sein­er berühmtesten Märchen­fig­ur gewid­met ist. Dort erwartet die Kinder ein inter­ak­tiv­er Raum, eine Fotoecke, Vor­führun­gen mehrerer Märchen­filme und eine Doku­men­ta­tion, wie der Maulwurf ins Weltall flog. Schauen Sie auch in den Bergstollen im Schloss­gewölbe um, wo Sie erfahren, dass der Maulwurf der Leg­ende nach die Kladen­er Schwarzkohle als erster ent­deckt hat.

Fünf Fakten über den Maulwurf und seinen Erfinder

  • Zdeněk Mil­er studierte an der Schule für Grafik und später an der Hochschule für Kun­st, Architek­tur und Design in Prag. 1942 begann er als Zeich­n­er für das Baťa-Film­stu­dio in  Zlín / Ost­mähren zu arbeit­en, drei Jahre später wech­selte er ins Stu­dio „Bratři v triku“, das der berühmte Illus­tra­tor Jiří Trn­ka leit­ete. Mil­ers Zeich­nung von drei lock­i­gen Jun­gen gewann im Wet­tbe­werb um das neue Logo des Stu­dios, die Beloh­nung war eine Woche bezahlter Urlaub.
  • Der Ein­leitung­steil der Serie „Wie der Maulwurf zu sein­er Hose“ kam, unter­schei­det sich von den weit­eren Fort­set­zun­gen darin, dass er gesprochen ist. Schon bei der Pro­duk­tion des zweit­en Teils, „Der Maulwurf und das Auto“ (1963), wurde entsch­ieden, dass die weit­eren Geschicht­en ohne Kom­mentare sein wer­den und der Maulwurf sich mit nur weni­gen Worten aus­drück­en wird. Die Stim­men, die die Aus­rufewörter wie „hele, jé, jů, tady, pápá, ach jo“ aussprechen sowie Lachen und Weinen gehören Mil­ers Töchtern Kateři­na und Barbo­ra.
  • In den Fil­men altert der Maulwurf nicht, son­dern wird sog­ar jünger. Ursprünglich hat­te er auch eine län­gere Nase (die ihn laut Mil­er älter machte) und einen Schwanz, der ver­schwand, während er immer mehr Haare bekam.
  • Der Kün­stler Zdeněk Mil­er ver­starb 2011 im Alter von 90 Jahren in einem Sana­to­ri­um in Nová Ves pod Pleší. Sein Grab kann man auf dem Prager Fried­hof am Vyšehrad besichti­gen, an seinem Geburtshaus in Klad­no erin­nert eine Gedenk­tafel an ihn. Mit einem Maulwurf, wie sonst?
  • Der Maulwurf ist ein erfol­gre­ich­er Geschäfts­mann. Nach ein­er Schätzung ver­di­ente Mil­er rund 200 Mil­lio­nen Kro­nen und ver­di­ent heutzu­tage immer noch Mil­lio­nen pro Jahr.

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FOTOS: Krteček — Bild von Her­mann Traub auf Pix­abay; Prag: Altstädter Ring © Prague City Tourism; Prag Karls­brücke © Dag­mar Veselko­va Czech­Tourism, Prager Brücken © Libor Svacek Czechtourism