Äng­ste zu haben ist völ­lig nor­mal, denn sie schützen vor Gefahren und gehören zum Leben dazu. Auch Schuldge­füh­le und Selb­stzweifel kön­nen unseren All­t­ag maßge­blich bee­in­flussen. Aber wann wird nor­male Furcht zur Pho­bie? Gefährlich wird es dann, wenn diese Gefühlszustände unser Leben neg­a­tiv bee­in­flussen. Wie aber sollen wir damit umge­hen, bevor uns alles zu viel wird und wir uns in ein­er psy­chis­chen Abwärtsspi­rale wiederfind­en? Es gibt ver­schiedene Wege und Prak­tiken, die helfen kön­nen uns unseren Äng­ste zu stellen und sie zu über­winden.

Verne Ho Unsplash web 1 - KEINE ANGST HABEN!

Von Furcht zu Phobie

Die an sich gesunde Basise­mo­tion Furcht stellt eine über­leben­snotwendi­ge Reak­tion bei akuter Bedro­hung dar. „Wird Furcht allerd­ings zur Pho­bie, hat sie ihre biol­o­gisch sin­nvollen Funk­tio­nen jedoch ver­loren und es kommt zu ein­er hohen kör­per­lichen Anspan­nung, einem starken kör­per­lichen und seel­is­chen Lei­den­szu­s­tand und ein­er Beein­träch­ti­gung der Funk­tions­fähigkeit im All­t­ag. Sit­u­a­tions­be­zo­gene Panikat­tack­en kön­nen damit ein­herge­hen“, erk­lärt der klin­is­che Psy­chologe und Psy­chother­a­peut Dr. phil. Hans Morschitzky. An der Entste­hung ein­er Pho­bie kön­nen unter­schiedliche biol­o­gis­che oder psy­chol­o­gis­che Fak­toren die Ursache sein.

Morschitzky hat deshalb eine Anleitung zur Selb­st­be­hand­lung von Spez­i­fis­chen Pho­bi­en in neun Schrit­ten ver­fasst:

 

Wenn Furcht zur Phobie wird web - KEINE ANGST HABEN!
  1. Spez­i­fis­che Pho­bi­en bess­er ver­ste­hen und hil­fre­ich analysieren
  2. Denkmuster ändern
  3. Kör­per­liche Befind­lichkeit­en verbessern
  4. Acht­samkeit üben und Akzep­tanz fördern
  5. Acht­samkeit lenken und auf das konzen­tri­eren, was hil­ft.
  6. Mod­el­ller­nen und Vor­bilder suchen
  7. Selb­st­coach­ing
  8. Men­tales Train­ing
  9. Gestufte Kon­fronta­tion­s­ther­a­pie

Morschitzky geht zusät­zlich auf unter­schiedlich­ste, aber weitver­bre­it­ete Pho­bi­en ein und wie man diese selb­st behan­deln kann. Unter anderen the­ma­tisiert er Tier­pho­bi­en, Furcht vor Naturge­wal­ten wie Dunkel­heit, Höhen und Tiefen, Gewässern oder Gewit­ter, Klaus­tro­pho­bie oder Furcht vor Blut, Spritzen, Ver­let­zun­gen, und auch Prü­fungsangst.

Wenn Furcht zur Pho­bie wird. Ein Selb­sthil­fe­pro­gramm – Spez­i­fis­che Pho­bi­en ver­ste­hen und bewälti­gen, Hans Morschitzky, Pat­mos Ver­lag, 18,50€

Stärker als die Angst

Auch Ursu­la Tri­er liefert Ansätze, wie es Men­schen mit Angst­störun­gen gelin­gen kann, ihr Leben angesichts von Bedro­hun­gen und Lei­den bess­er zu ver­ste­hen und zu gestal­ten. Die Logother­a­pie, eine sinnzen­tri­erte Psy­chother­a­pie, hil­ft dabei sich Schritt für Schritt aus dem Griff der Angst zu befreien und wieder zuver­sichtlich durchs Leben zu gehen. Sie ver­ste­ht den Men­schen als Ganzheit von Kör­p­er, Psy­che und Geist, der seine Lebens­möglichkeit­en selb­st aktiv gestal­ten kann und sich auch so aus der Angst­spi­rale befreien kann. Zunächst soll­ten wir uns bewusst­wer­den, was die Angst mit uns macht. „Symp­tome dieses neg­a­tiv­en Angst-Kreis­laufs sind starke innere Unruhe, kör­per­liche Beschw­er­den, Kreisen der Gedanken, abnehmende Konzen­tra­tions­fähigkeit, Rück­zug und Iso­la­tion, ver­min­dertes Selb­stver­trauen, weniger Lebens­freude und nicht zulet­zt: Erwartungsangst – die Angst vor der Angst.“ So Tri­er. Diesen Kreis­lauf kann man gezielt durch­brechen, näm­lich indem wir uns Zie­len zur Bewäl­ti­gung dieser Symp­tome set­zen, der Angst einen Namen zu geben und sie zu per­son­ifizieren, einen besseren Umgang mit neg­a­tiv­en Gedanken ler­nen und unser Selb­st­be­wusst­sein und unseren Willen stärken.

Dem Angstriesen ent­ge­gen­treten.
Schritt für Schritt zu neuer Lebens­freude.
Ursu­la Tiri­er, Pat­mos Ver­lag, 12,40 Euro

Dem Angstriesen entgegentreten web - KEINE ANGST HABEN!

Hilfe zur Selbsthilfe

Ob wir uns gut fühlen, oder nicht, hängt von uns selb­st ab. Nicht von unserem Part­ner, unserem Job, oder unserem Kon­to­stand. Wir selb­st sind für ver­ant­wortlich für unsere innere Hal­tung, die Auss­chöp­fung unseres Poten­tials und nicht zulet­zt für die Liebe zu uns selb­st. Ein Instru­ment zur pos­i­tiv­en Lebens­gestal­tung und Hil­fe bei Äng­sten und Stress­si­t­u­a­tio­nen kann Ψ PSI, die Psy­cho­so­ma­tis­che Inte­gra­tion, sein. Mit der von der Psy­chother­a­peutin Dr. Karin Neu­mann entwick­el­ten Selb­sthil­fetech­nik kann man Prob­leme erken­nen — und lösen. Bei der Selb­st-Akupunk­tur für die Seele kön­nen belas­tende Gefühle jed­wed­er Art rasch aufgelöst und in pos­i­tive trans­formiert wer­den. Eine Anleitung, wie man zu mehr Selb­st­wert, Leben­szufrieden­heit, Leichtigkeit und Glück kom­men kann. Neu­mann: “Alles, was für diese Selb­st­be­hand­lung benötigt wird, ist das Wis­sen um den Behand­lungsablauf und die Fin­ger­spitzen – um damit bes­timmte Behand­lungspunk­te auf dem eige­nen Körper zu bek­lopfen, während man emo­tion­al auf das Prob­lem einges­timmt ist.” Durch das Ein­stim­men auf ein Prob­lem und das gle­ichzeit­ige Bek­lopfen ver­schieden­er Akupunk­tur­punk­te beruhigt sich das veg­e­ta­tive Ner­ven­sys­tem und man kommt von einem Erre­gungs- in einen Entspan­nungszu­s­tand. In diesem seien Ängste, Ärger, Pho­bi­en & Co phys­i­ol­o­gisch gar nicht mehr möglich. “Das ist der Trick bei dieser wun­der­baren Meth­ode”, sagt die Psy­chother­a­peutin.

NEUMANN PSI COVER 300dpi - KEINE ANGST HABEN!

Äng­ste, Schuld, Selb­stzweifel? Erken­nen und lösen mit PSI Psy­cho­so­ma­tis­che Inte­gra­tion, Karin Neu­mann, 27,00€

Das Buch richtet sich an alle Men­schen, bietet aber auch zusätzliche Anleitun­gen für Pro­fes­sion­is­ten im Gesund­heitswe­sen – wie Psy­chother­a­peutIn­nen, Psy­chologIn­nen, ÄrztInnen, Bera­terIn­nen und Coach­es. Neu­manns Meth­ode kann auch für die Arbeit mit Kindern angewen­det wer­den.

Fotos: Verne Ho/Unsplash, Pat­mos Ver­lag, Delta X Ver­lag